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Nachhaltigkeit Teil IV - Umweltschonende Verpackungslösungen

Nachhaltigkeit Teil IV - Umweltschonende Verpackungslösungen

Teil IV unserer Themenreihe zu "Nachhaltigkeit bei der Fleischerei Bechtel":

Die Einführung von Umweltschonenden Verpackungslösungen ist essentiell für eine nachhaltige Firmenkultur.
Hier erfahrt Ihr wie wir das bei der Fleischerei Bechtel Schritt für Schritt umsetzen!

Das Ergebnis der ersten deutschen Mehrweg-Konferenz ist, dass Einwegprodukte reduziert werden müssen durch eine Steuererleichterung für Mehrwegverpackungen (Deutsche Umwelthilfe, 2020 a).  Dabei wünschen sich auch vermehrt die Verbraucher ressourcenschonende Alternativmöglichkeiten zu Einwegverpackungen (Deutsche Umwelthilfe, 2020 b). Auf Grund der Wiederverwendbarkeit kann Energie eingespart, Ressourcen geschont und das Klima geschützt werden (Deutsche Umwelthilfe, 2021).  Bei Einwegverpackungen sollte jedoch weiterhin darauf geachtet werden, dass diese richtig recycelt werden, denn nur so können die enthaltenen Wertstoffe weiter genutzt werden. Um dies zu gewährleisten müssen die eingesetzten Materialien auch recyclinggerecht konstruiert sein. Mit dem Label „Recyclingfähig“ wird die Recyclingfähigkeit einer Verpackung bestätigt. So bekommen nur Verpackungen bei denen über 90% des Gesamtgewichtes wiederverwendet werden können dieses Label (Der grüne Punkt, 2021).

 

Im Jahr 2018 lag die Verpackungsabfallmenge in Deutschland bei 18,9 Millionen Tonnen. Im Vergleich dazu betrug dieser Wert 1997 noch 13,7 Millionen Tonnen. Als Grund für die Steigerung des Verpackungsmülls wird zum einen eine Änderung der Lebensbedingungen und so auch der Bedürfnisse der Konsumenten genannt. Da sich der Anteil an Ein- und Zweipersonenhaushalten erhöht hat, werden vermehrt kleinere Füllgrößen und vorportionierte Produkte konsumiert, was einen Anstieg des Verpackungsmüll verursacht. Im Jahr 2017 machten Nahrungsmittel, Getränke und Heimtierfutter 62,3% des Verpackungsmüll privater Haushalte aus. Der Anstieg des Verbrauchs an Lebensmittel und Getränken sowie die Erhöhung des Außer-Haus-Verzehrs und dem vermehrten Kauf von Fertiggerichten kam es in den letzten Jahren zu einer Zunahme der Verpackungsmitteln in diesen Bereichen (Umweltbundesamt, 2020 a).

 

Um Fleisch vor Umwelteinflüssen zu schützen aber auch um eine konsumentenorientierte Haltbarkeit zu gewährleisten wird dieses verpackt. Aufgrund von Verpackungstechniken unteranderem mit modifizierter Atmosphäre ist es möglich die Fleischwaren bis zu 14 Tagen gekühlt aufzubewahren. Jedoch wurde bei der Wahl der Verpackungsmaterialien in den letzten Jahren weniger auf den Aspekt der Nachhaltigkeit geachtet. Hier ist eine Veränderung aufgrund der aktuellen Ökobilanz dringend notwendig. So müssen Verpackungen von frischen Produkten wie Fleisch in Zukunft dahingegen novelliert werden, dass sie umweltfreundlicher werden und weniger Müll produziert wird. Um den aktuellen europäischen Verpackungsmüll von 226 Kilogramm pro Kopf und Jahr zu verringern, muss auch die Verpackungsindustrie neue Lösungen entwickeln, bei denen weiterhin Schutz vor äußeren Einflüssen besteht und die bekannte Haltbarkeit gewährleistet wird (Krauss, 2020, S. 55).

 

Die Vermeidung von Verpackungsmaterialien in Fleischerfachgeschäft ist wegen dem Verkauf von frischer Ware nicht immer möglich. Jedoch gibt es Betriebe, die auf Pfandboxsysteme für den Transport setzen. So auch eine Metzgerei aus Bayern, die die Mehrwegboxen in vier verschiedenen Größen mit einem Loch zum vakuumieren der Ware sowie einem verstellbaren Ring für die Haltbarkeitsanzeige anbietet. Um als Kunde an dem Kreislaufsystem teilzunehmen wird der Einkauf in eine oder mehre Boxen verpackt, wofür der Kunde zwischen 10 bis 15 € Pfand bezahlt. Beim nächsten Einkauf wird das Pfand wieder erstattet, wenn der Kunde die gespülte Box zurückbringt. Der nächste Einlauf wird dann wieder in eine andere gespülte Box verpackt, die der Menge der Ware entspricht. Eine andere Metzgerei ist bestrebt die Plastikverpackungen durch das Einführen von Klickboxen zu vermeiden. Diese können käuflich erworben werden oder werden in Rahmen von Aktionen ab einem bestimmten Einkaufswert an die Kunden verschenkt. Die Boxen können zum Einkaufen wieder mitgebracht werden, um die Ware darin zu verpacken. Des Weiteren sorgt das aufgedruckte Logo für eine Kundenbindung (Theimer, 2020, S. 51 f. a).  

 

Ab 2023 müssen beim Angebot von Essen zum Mitnehmen neben den Einwegverpackungen auch Mehrwegverpackungen angeboten werden. Dies betrifft auch Fleischerfachgeschäfte, die einen Imbiss oder eine heiße Theke betreiben und beispielsweise Mittagessen anbieten. Unsere Fleischerei Filiale in Alsfeld benutzen zu Zeit schon ein solchen Mehrwegsystem. Sie haben sich für das Konzept „Rebowl“ entschieden, bei dem es sich um wiederverwendbare Behälter mit einem Pfandsystem handelt. „Rebowl“ will mit seinen Schüsseln eine nachhaltige Alternative zu Einwegverpackungen schaffen und somit den Einwegverpackungsmüll zu reduzieren. In dem Behälter können warme und kalte Speisen verpackt werden zudem ist er auslaufsicher, mikrowellengeignet, 100% recycelbar und frei von BPA (Bisphenol A). Außerdem können benutzte Schalen in der Spülmaschine gereinigt und bis zu 500-mal wiederverwendet werden. Die „Rebowl“s werden in zwei verschieden Größen angeboten. Dabei hat das reguläre Behältnis eine Füllmenge von 1250 ml und ein Gewicht mit Deckel von ca. 188g. Die Hitzebeständigkeit ist bis maximal 85°C bestätigt.

Das Modell in der Größe „Mini“ hat eine Füllmenge von 500 ml und wiegt dabei 142g mit Deckel. Die Hitzebeständigkeit liegt hier bei 110°C. Des Weiteren gibt es eine „Trennerbowl“ mit zwei abgetrennten Kammern. Das Unternehmen stellt die Mehrwegbehälter aus Kunststoff genauer gesagt aus Polypropylen her, weil zum einen das Material langlebig und bruchsicher ist. Im Vergleich mit anderen Verpackungsmaterialien weist PP einen geringen Energieverbrauch in der Herstellung auf und ist vollständig wiederverwendbar. Außerdem verfügen die Schalen über eine komfortable Handhabung für Anbieter und Verwender, da sie leicht sind, ohne Deckel stapelbar und geschmacksneutral. Um die „Rebowl“s beim Mittagstisch anbieten zu können, müssen sie zunächst im Online-Shop bestellt werden. Bei der Lieferung ist zusätzliches Werbematerial enthalten, wodurch die Kunden über das Angebot informiert werden. Bei einer Bestellung der Mitnahmespeise in der Mehrwegschale, muss ein Pfand von 5 Euro hinterlegt werden.

Das Behältnis kann der Kunde in allen Teilnehmenden Läden zurückgeben und erhält daraufhin seine Leihgebühr. Bevor die Schale weiterverwendet werden kann, muss sie wie herkömmliches Geschirr in der Spülmaschine gereinigt werden (Rebowl, 2021 a; Rebowl, 2021 b).

Für die Teilnehmende Filiale fällt jeden Monat eine Systemgebühr von 31 Euro an zusätzlich zu den 5 Euro Pfand pro Schale. Beschädigte oder zu viel bestellte Bowl können einfach zurückgeschickt werden, wobei auch das Pfand zurückgezahlt wird. Bei den Kunden kommen die Mehrwegschüsseln gut an, auch weil sie das Gericht in der Bowl zu einem günstigeren Preis bekommen.

Durch die Einführung von Mehrwegverpackungen kommt es in den Fleischereifachgeschäften unter anderem zur Reduktion der Einwegplastiktüten, was wiederum positive Auswirkungen auf die ökologische Nachhaltigkeit hat. Denn für die Produktion von Kunststoffverpackungen, werden vor allem fossile Ressourcen wie Erdöl und Energie verbraucht, sowie Treibhausgase produziert (Fuhr, 2019, S. 10; S. 26). Die Wiederverwendbarkeit der vorgestellten Produkte, wie Rebowl oder die Pfandboxsysteme, hat zum Vorteil, dass gewisse Ressourcen eingespart werden können im Vergleich zu Einwegplastikprodukten. Jedoch müssen diese Behälter nach jeder Benutzung gereinigt werden, wofür Wasser und Reinigungsmittel benötigt werden. Die Pfandsysteme wirken sich aber auf der anderen Seite auch wirtschaftlich positiv auf die Unternehmen aus, denn es müssen weniger Einwegverpackungen eingekauft werden.

(c) Text von Anna Maria Bechtel

Quellen:

Deutsche Umwelthilfe e.V. (2020) a: Erste Deutsche Mehrweg-Konferenz: Breite politische Front verlangt verbindliche Mehrwegförderung von Umweltministerin und Kommunen. Online im Internet: https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/erste-deutsche-mehrweg-konferenz-breite-politische-front-verlangt-verbindliche-mehrwegfoerderung-von/ (Abfrage vom 03.05.2021).

Deutsche Umwelthilfe e.V. (2020) b: Praktische Lösungen & Politische Perspektiven. Online im Internet: https://www.duh.de/themen/recycling/verpackungen/getraenkeverpackungen/mehrwegkonferenz2020/ (Abfrage vom 03.05.2021).

Deutsche Umwelthilfe e.V. (2021): Verpackungen. Online im Internet: https://www.duh.de/themen/recycling/verpackungen/ (Abfrage vom 03.05.2021).

Der grüne Punkt (2021): Nachhaltige Verpackung mit Auszeichnung – unser neues Label „RECYCLINGFÄHIG“! Online im Internet: https://www.gruener-punkt.de/de/recyclingfaehig (Abfrage vom 03.05.2021).

Umweltbundesamt (2020) a: Verpackungsabfälle. Online im Internet: https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/verwertung-entsorgung-ausgewaehlter-abfallarten/verpackungsabfaelle#verpackungen-uberall (Abfrage vom 13.05.2020).

Krauss, N. (2020): Grünes Packaging. In: Fleischer-Handwerk 6/2020, S. 54-56.

Theimer, M. (2020) a: Ab in die Box. In: Fleischer-Handwerk, 6/2020, S.50-52.

Rebowl (2021) a: Praktische Größen für eine Vielzahl an Gerichten. Online im Internet: https://rebowl.de/pfandschale/ (Abfrage vom 02.06.2021).

Rebowl (2021) b: Rebowl für Gastronomen. Online im Internet: https://rebowl.de/fuer-gastronomen/ (Abfrage vom 02.06.2021).

Fuhr, L. (2019): Plastikatlas-Daten und Fakten über eine Welt voller Kunststoff. 2. Auflage. Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

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